Der Hafen von Rotterdam

Der Hafen von Rotterdam hat seinen Ursprung im Mittelalter. Der Hafen sorgte für den Handel, durch den die Stadt wuchs. Im sechzehnten Jahrhundert hatte der Hafen auch eine wichtige Funktion in der Fischereiindustrie. Während der Kolonialzeit war nicht dieser Hafen, sondern der Hafen von Amsterdam das Zentrum des kolonialen Handels. Die wichtigsten Händler befanden sich in Amsterdam, und dieser Hafen war leicht zu erreichen.

In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts war das deutsche Ruhrgebiet stark industrialisiert. Für die niederländische Regierung war es besonders wichtig, die Hafenanbindung zu optimieren. Die Stahlindustrie im Ruhrgebiet benötigte viel Erz, das Rotterdam leicht über den Rhein transportieren konnte.

Haven van Rotterdam
Etwa die Hälfte des Hafens wurde während des Zweiten Weltkriegs durch Bombenangriffe zerstört. Nach dem Krieg investierte die Regierung stark in den Wiederaufbau und die Erweiterung des Hafens. Der Hafen wuchs nach dem Krieg weiterhin schnell, so dass es schwierig war, die Anzahl der Schiffe zu bewältigen. Im zwanzigsten Jahrhundert wurde das Erdöl für die Wirtschaft immer wichtiger.

Durch den Bau des Europoort in den 1960er Jahren konnten hier nun auch riesige Tanker anlegen. Eine weitere Erweiterung des Hafens war die Maasvlakte, die 1970 gebaut wurde. Zu diesem Zweck wurde ein Stück Meer zurückgewonnen, so dass sich hier Unternehmen ansiedeln konnten. Von 1962 bis 2004 war der Hafen von Rotterdam der größte Hafen der Welt. Heutzutage ist Rotterdam der viertgrößte, hinter Shanghai, Ningbo und Singapur. Rotterdam ist immer noch der größte Hafen Europas.